Das jüdische Erbe in Andalusien

Im Mittelalter lebte in Andalusien die größte jüdische Gemeinschaft der damaligen Zeit. Obwohl diese Gemeinschaft im späten 15. Jahrhundert aus dem Land vertrieben wurde, gibt es zahlreiche jüdische Denkmäler, Architekturbeispiele und Museen, die über ganz Andalusien und auch im restlichen Spanien verstreut sind. Hier nur einige Highlights!

Sevilla

In der beeindruckenden Stadt Sevilla befindet sich eines der ältesten Judenviertel Spaniens, das von den Juden gleich ab der ersten Zeit nach der Wiedereroberung durch die Christen von den Mauren bewohnt wurde. Es liegt direkt vor der Stadtmauer. Besonders interessant in diesem Judenviertel sind die christlichen Kirchen Santa Cruz, San Bartolomé und Santa Maria la Blanca. Vor der Wiedereroberung handelte es sich hierbei um Moscheen. König Alfons X. übergab diese jedoch 1252 der jüdischen Gemeinde, die sie in Synagogen umwandelten. Zwei Jahrhunderte später wurden sie wieder zu christlichen Kirchen, die noch heute erhalten sind.

Córdoba

Die Stadt Córdoba hat ein jüdisches Erbe, das fast so alt ist wie die Stadt selbst, mit einem sehr schönen Judenviertel und einer Synagoge aus dem Jahr 1315. Es handelt sich hierbei um eine der drei Synagogen in Spanien, die die Vertreibung der Juden im Jahr 1492 überstanden haben und nicht in Kirchen umgewandelt wurden. In Córdoba gibt es auch die Casa de Sefarad, ein sephardisches Museum, in dem die jüdische Geschichte in dieser Region gezeigt wird, mit sehr interessanten Exponaten und Fundstücken. Ein weiteres Highlight des jüdischen Córdobas ist die Küche. Es gibt mehrere Restaurants in der Stadt, in denen sephardische Gerichte serviert werden!

Granada

In Granada ist natürlich vor allem der alte maurische Palast, die Alhambra, ein absolutes Highlight. Zu den eindrucksvollsten Räumen im Palast gehört jedoch auf jeden Fall der Löwenbrunnen, der dem maurischen König von der jüdischen Gemeinde geschenkt wurde. Granada hat auch ein historische Jüdisches Viertel, das unter dem Namen Realejo bekannt ist. Hier gibt es ein Museum der sephardischen (spanisch-jüdischen) Kultur sowie ein kleineres Museum, den Palacio de los Olvidados (Palast der Vergessenen), in dem die Geschichte der Vertreibung und Verfolgung der jüdischen Gemeinschaft in Spanien gezeigt wird.

Úbeda

In der Provinz Jaén wurde in Úbeda erst vor kurzer Zeit, im Jahr 2006, bei einem Immobilienprojekt jüdisches Erbe entdeckt. Bei den Bauarbeiten wurden alte Bögen und ein rituelles jüdisches Reinigungsbad (Mikveh) gefunden. Als weitergegraben wurde, wurde eine bisher unbekannte Synagoge gefunden. Diese ist heute als die Wasser-Synagoge bekannt, und man vermutet, dass sie im 13. Jahrhundert gebaut wurde. Bei einer Besichtigung dieses einzigartigen Bauwerks sieht man aus erster Hand die Traditionen und die Lebensweise der jüdischen Gemeinden in dieser Region. Es sind sogar einige typische Möbelstücke und andere Ziergegenstände der sephardischen Kultur aus dieser Zeit zu besichtigen.

Lucena

Vor 15 Jahren wurde in der Nähe des Dorfs Lucena ein weiterer bedeutender archäologischer Fund gemacht, eine alte jüdische Nekropole. Hier wurden 380 Gräber gefunden, die alle nach Jerusalem ausgerichtet sind.

Ihre Tour mit Besichtigung des jüdischen Erbes

Egal wo in Spanien Sie mit Ihrer Gruppe unterwegs sind, können Sie das reichhaltige jüdische Erbe des Landes besichtigen. Fragen Sie noch heute bei uns an, um eine Route zu planen!

Katharina Giesler

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